Das ist ein Paukenschlag. Und so kommt auch mal ein Team aus dem hinteren Mittelfeld in die Schlagzeilen. Haas wirft Esteban Ocon für den Rest des Wochenendes in Mexiko (30.10. bis 1.11.) aus dem Cockpit. Ab dem dritten Training übernimmt Ryo Hirakawa den Haas VF-26.

Zu den Gründen äußerte sich das US-Team nicht. Auf eine Nachfrage, ob es sich um einen Krankheitsfall handelt, hieß es nur: "Weitere Kommentare, außer dass nicht eine Erkrankung vorliegt, gibt es nicht." Die Spekulationen schossen im Fahrerlager sofort aus dem Boden. Im zweiten Training am Freitag hatte sich Ocon am Funk beschwert, dass er eine bestimmte Reifenmischung fahren sollte und das nicht wollte: "Tut mir das nicht an", sagte er zur deutschen Renningenieurin Laura Müller. Ob es danach zum Zerwürfnis kam, ist ungeklärt. Im dritten Training blieb Teamchef Ayao Komatsu vage. "Ich kann dir nicht viel mehr sagen, außer, dass er nicht im Auto sitzt. Es tut mir leid, aber ich kann nicht zu sehr ins Detail gehen."

Geschichte wiederholt sich

Ebenso ist unklar, ob der Franzose noch einen Grand Prix für Haas bestreiten wird. Vor wenigen Wochen hatte das Team die Trennung zum Saisonende bekanntgegeben. Bereits sein Abgang bei seinem alten Rennstall Alpine war nicht ohne Nebengeräusche vonstattengegangen.

Während des Monaco-GP 2024 hatte er eine Teamorder missachtet und seinen Stallgefährten Pierre Gasly attackiert. Er rumpelte in seinen Landsmann rein und hatte sich bei Alpine damit keine Freunde gemacht. Zwar gelang dem 30-Jährigen kurz vor dem Saisonende noch der zweite Rang in Sao Paulo, doch die Saison durfte er nicht beenden. Zum Abschluss saß Jack Doohan in Abu Dhabi im Auto.

Hirakawa springt ein

Nach dem Rausschmiss erhält nun Ryo Hirakawa die Chance, seinen ersten Formel-1-Grand-Prix zu bestreiten. Der 32-jährige Japaner gewann 2022 für Toyota die 24 Stunden von Le Mans und wurde mit dem Autoriesen im selben Jahr sowie 2023 Weltmeister in der Sportwagen-WM. Vor dem letzten Lauf liegt er in dieser Saison erneut an der Tabellenspitze. Das Problem für Haas und den Debütanten ist der Terminkalender. Kommende Woche steht der Brasilien-GP (6. bis 8.11.) auf dem Programm. Hirakawa ist da eigentlich für das Saisonfinale der WEC in Monza eingeplant.

Hirakawa bestritt bereits mehrere freie Trainings für Haas. Das kam wegen der technischen Partnerschaft zwischen Haas und Toyota zustande. Die Japaner wollten ihrem Protegé die Chance geben, sich auf höchster Motorsportebene zu beweisen. Für einen Stammplatz nächstes Jahr wird es aber nicht reichen. Haas hat bereits den Ferrari-Junior Rafael Câmara verpflichtet, der aus der Formel 2 aufsteigt. Câmara hat wegen des Terminplans von Hirakawa gute Karten, bei seinem Heimrennen in Brasilien ein verfrühtes F1-Debüt zu feiern.

Neben dem Rookie wird 2027 weiterhin Oliver Bearman starten. Die Bestätigung des anderen Ferrari-Juniors ist nur noch Formsache.