Der Mexiko-GP (1.11.) war auch nach der Zieldurchfahrt noch nicht abgeschlossen. Die Stewards untersuchten zwei Vorfälle mit gelben Flaggen sowie eine Kollision zwischen Oscar Piastri und Arvid Lindblad. In allen drei Fällen verhängten sie nach dem Rennen eine Strafe.

Der McLaren-Pilot kollidierte mit Lindblad am Eingang von Kurve 2. Vorausgegangen war ein Überholversuch außen in Kurve 1. Nach Ansicht der Stewards war Piastri dort aber nicht weit genug neben dem Racing-Bulls-Fahrer, um Anspruch auf die Kurve zu haben.

Die Stewards begründeten ihre Entscheidung mit der Position der beiden Autos. "Auto 81 war nie vollständig neben Auto 41 und konnte daher keinen Anspruch auf die Kurve erheben."

Lindblad habe seine Position verteidigt, ohne Piastri von der Strecke zu drängen. Die Stewards hielten fest, dass der McLaren-Fahrer den Kontakt hätte vermeiden können, wenn er nach Kurve 1 weiter nach links gefahren wäre – selbst dann, wenn er dafür die Strecke hätte verlassen müssen.

Für Piastri setzte es eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, die nach dem Rennen verhängt wurde. Eine zusätzliche Strafpunktzahl ist in der Entscheidung nicht aufgeführt.

Gasly verlangsamt bei doppelt Gelb nicht genug

Auch Pierre Gasly musste sich für sein Verhalten unter gelben Flaggen verantworten. Der Alpine-Pilot passierte einen doppelt gelb geschwenkten Sektor, ohne nach Auffassung der Stewards ausreichend Geschwindigkeit herauszunehmen. Gasly und sein Team hatten geltend gemacht, er habe deutlich verlangsamt. Die Kommissare verglichen jedoch die Telemetriedaten auch mit denen anderer Autos.

Die Stewards erklärten, die festgestellte Verzögerung habe nicht ausgereicht. "Die geringe Geschwindigkeitsreduzierung reichte nicht aus, um die Anforderungen des Reglements zu erfüllen."

Die Sanktion: eine Stop-and-go-Strafe, die nach dem Rennen verhängt wurde. Dazu kamen zwei Strafpunkte. Gasly steht damit in den vergangenen zwölf Monaten bei insgesamt zwei Strafpunkten.

Colapinto wegen einzelner gelber Flagge bestraft

Franco Colapinto wurde für einen anderen Abschnitt zur Verantwortung gezogen. Der Alpine-Fahrer passierte einen Sektor mit einfacher gelber Flagge, ohne ausreichend langsamer zu werden. Eine detaillierte Prüfung von Telemetrie und Onboard-Aufnahmen überzeugte die Stewards nicht davon, dass Colapinto sein Tempo genügend reduziert hatte.

Die Stewards formulierten ihre Bewertung so."Die detaillierte Prüfung der Telemetrie und der Onboard-Kamera konnte die Stewards nicht davon überzeugen, dass der Fahrer in diesem Sektor mit einfacher gelber Flagge ausreichend Geschwindigkeit reduziert hatte."

Colapinto erhielt eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe und einen Strafpunkt. Damit kommt er innerhalb von zwölf Monaten auf insgesamt fünf Strafpunkte.

Ein zuvor untersuchter Abschnitt mit doppelt gelben Flaggen blieb für den Argentinier hingegen ohne Konsequenz. Die Stewards sahen Zweifel daran, ob Colapinto rechtzeitig gewarnt worden war, und stellten deshalb für diesen Sektor keinen Regelverstoß fest.

Audi war der größte Profiteur: Gabriel Bortoleto spülten die Strafen noch auf Rang 8 und brachten vier Punkte. Da Haas nur einen Punkt mit Rookie Ryo Hirakawa holte, verkürzte Audi den Abstand in der Konstrukteurswertung auf vier Zähler.