Selbst der erfolgreichste Rennfahrer der Formel-1-Geschichte muss hin und wieder Durststrecken beenden. In Mexiko war es in der Qualifikation am Samstag (31.10.) mal wieder so weit: Lewis Hamilton eroberte die erste Pole-Position seit dem Ungarn-GP 2023. Damals fuhr der Rekordsieger noch in Mercedes-Diensten.

Neun Tausendstelsekunden war er schneller als George Russell im Silberpfeil. Die begeisterten Fans in der Mega-City bejubelten die Gala-Vorstellung des 41-Jährigen frenetisch. Sir Lewis kam aus dem Strahlen gar nicht mehr raus. "Das fühlt sich so gut an. Ich bin so glücklich. Mir fehlen die Worte."

Für eine Pole-Position hatte nach dem Freitag noch nicht viel gesprochen. Im zweiten Training musste Hamilton den Ferrari mit einem Motorproblem abstellen. Statt eines neuen Aggregats gab es ein altes aus dem Pool. Da Überholen in Mexiko so schwierig ist, wollte Ferrari eine Startplatzstrafe um jeden Preis vermeiden. "Nach dem Motorproblem von gestern ist das echt besonders." Dass der Altmeister immer noch zu den Besten zählt, ist für den siebenmaligen Champion nur logisch. "Es spielt sich alles im Kopf ab. Ich liebe alles, was ich tue. Ich tue alles dafür, um auf diesem Level zu bleiben."

Verstappen auf Platz 5

Russell war mit P2 zufrieden. "Waren harte letzte Rennen, ich kämpfe immer noch darum, das Beste aus dem Auto herauszuholen." Im Gegensatz zu den Gegnern setzte Mercedes auf zwei Vorbereitungsrunden vor dem schnellen Versuch in der Qualifikation. "Das hat aber nicht so gut geklappt. Ich weiß nicht, ob das richtig war", sagte Teamchef Toto Wolff bei Sky.

Dritter wurde Charles Leclerc, dem die Niederlage gegen Hamilton ins Gesicht geschrieben war. "Ich hatte eine saubere Runde, aber das Auto fühlte sich nicht so gut an, wie in den Versuchen zuvor. Der Grip ist so gering. Das Auto bewegt sich viel", rapportierte der zweite Ferrari-Fahrer.

Rang 4 ging an Max Verstappen. Starten wird der Red-Bull-Pilot nach seiner Rempelei mit Liam Lawson im zweiten Training aber nur vom fünften Platz. Im letzten Versuch verbremste er sich in Kurve 13 im letzten Versuch und konnte seine Zeit nicht mehr verbessern.

Antonelli auf WM-Kurs

Den vierten Startplatz übernimmt Kimi Antonelli. Der Italiener ist damit weiter auf WM-Kurs. Antonelli benötigt nur zwei Punkte, um sich in Mexiko zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten zu küren. Sein Teamchef Wolff möchte von einer defensiven Herangehensweise aber nichts wissen. "Wir starten auf den Plätzen von zwei und vier. Das ist zwar die schlechtere Seite, aber ich glaube, morgen können sechs Autos gewinnen."

Damit meinte Wolff beide Ferrari, die beiden Mercedes, Verstappen und Lando Norris. Der Engländer qualifizierte sich auf dem sechsten Platz. Bis in Q3 sah Norris wie ein Kandidat für die Pole-Position aus, dann misslang ihm aber der letzte Versuch. Das war immerhin noch deutlich besser als die Qualifikation von Teamkollege Oscar Piastri. Er scheiterte mit Rang 13 bereits am Cut für das dritte Qualifying-Segment.

Ebenfalls nach Q2 war für Nico Hülkenberg Schluss. Es wurde mal wieder der elfte Platz. "Es war eine sehr saubere Qualifikation. Leider hat es wegen drei Hundertstelsekunden nicht gereicht. Wir haben eine bessere Balance gefunden", sagte der Deutsche. Von P11 sind Punkte im 71 Runden langen Rennen möglich. Start ist am Sonntag (1.11.) um 21 Uhr deutscher Zeit.