Münster gilt als Vorbild für Radverkehr. Auf der Promenade rund um das historische Zentrum sind an Spitzentagen mehr als 20.000 Radfahrer unterwegs. Am Hauptbahnhof steht zudem Europas größtes Fahrradparkhaus. Im ADAC-Monitor landet die Stadt in der Kategorie Fahrrad dennoch knapp hinter Freiburg auf Rang zwei. Im Gesamtindex liegt Münster an der Spitze – wie bereits bei der Erhebung 2021.
Auf den vorderen Plätzen im Gesamtindex folgen 2026 Freiburg und Erfurt. Den größten Sprung nach vorn machte Mönchengladbach: 2021 noch letzter, liegt die Stadt nun im Mittelfeld. Neues Schlusslicht ist Oberhausen.
Autofahrer ärgern sich vor allem über Baustellen
Am unzufriedensten sind die Autofahrerinnen und Autofahrer. Über alle 29 Städte hinweg liegt ihr Indexwert bei minus 9. Gegenüber der letzten Befragung 2021 hat sich ihre Stimmung verschlechtert. Zu den größten Ärgernissen zählen das Baustellenmanagement, das Parkraumangebot und die Höhe der Parkgebühren. Auch der Straßenzustand und das Verhalten von E-Scooter-Fahrern werden kritisiert.
Positiv bewerten Autofahrer vor allem eine gute Wegweisung und Parkleitsysteme. Auch das regelkonforme Verhalten von Fußgängern kommt gut an. ADAC-Verkehrspräsident Professor Dr. Peter König fordert ein strategisches Baustellenmanagement: "Nötig ist ein strategisches Baustellenmanagement, das Sanierungen vorausschauend plant und besser koordiniert." Frühzeitige und gute Kommunikation könne zudem die Akzeptanz erhöhen.
Radfahrer zufriedener, Fußgänger weniger als 2021
Deutlich zufriedener als Autofahrer sind die Radfahrer. Ihr Gesamtindex stieg über alle Städte von 18 im Jahr 2021 auf 20. Freiburg führt die Kategorie mit 46 an, knapp vor Münster mit 45. Krefeld bildet mit minus 5 das Schlusslicht. Radfahrer schätzen direkte Wege und zuverlässige Verbindungen; rücksichtslose E-Scooter-Fahrer stören sie.
Bei Fußgängern sank der Gesamtindex dagegen von 37 auf 28. Besonders zufrieden sind sie mit direkten Wegen und gesicherten Querungsmöglichkeiten, etwa Ampeln und Zebrastreifen. Münster bleibt in dieser Kategorie vorn, allerdings fällt der Wert von 51 auf 42. Ludwigshafen landet mit 7 am Ende der Skala. Auch Fußgänger nennen E-Scooter-Fahrer als Ärgernis.
ÖPNV erhält gute Noten
Bus und Bahn schneiden insgesamt gut ab: Der Zufriedenheitsindex liegt 2026 wie 2021 bei 28. Gelobt werden die Haltestellendichte und kurze Wege beim Umsteigen. Kritik gibt es am Preis-Leistungs-Verhältnis und an fehlenden Parkmöglichkeiten an Bahnhöfen. Erfurt erreicht mit 54 den höchsten Wert, Saarbrücken mit 7 den niedrigsten. Alle untersuchten Städte weisen beim ÖPNV einen positiven Indexwert auf.
Für den Monitor befragte der ADAC gemeinsam mit dem Münchner Marktforschungsinstitut komma im Juni 2026 Menschen in 29 deutschen Großstädten mit weniger als 500.000 Einwohnern. Teilnehmen konnten Einwohner sowie Einpendler und Besucher ab 18 Jahren, die sich mindestens an zwei Tagen pro Woche als Autofahrer, ÖPNV-Nutzer, Radfahrer oder Fußgänger in der jeweiligen Stadt bewegen. Aus positiven und negativen Aussagen wurde ein Index gebildet; die theoretische Skala reicht von plus 100 bis minus 100.