Nach der 2CV-Vorstellung könnte neben dem Fiat Koala ein drittes Modell kommen: eine Neuauflage des Opel Agila. Citroën beschreibt den 2CV Concept als Vorlage für ein Serienmodell bis 2028, gefertigt in Europa, mit einem angestrebten Einstiegspreis von rund 15.000 Euro. Dazu kommt ein klarer Fokus auf Leichtbau: Das Konzept zielt auf ein kontrolliertes Gewicht von etwa einer Tonne. Diese Kombination ist im E-Auto-Markt die Ausnahme, weil viele Modelle in den letzten Jahren schwerer und teurer geworden sind.
Die 3,76 Meter Länge des 2CV Concept markiert auch die Zielrichtung der Stellantis-E-Car-Familie: kompakt statt Crossover-Format. Citroën ordnet das geplante Serienauto zwischen Ami und C3 ein, also oberhalb der Leichtfahrzeuge, aber unterhalb klassischer Kleinwagen. Ein drittes Modell auf derselben Basis müsste sich in genau dieser Nische und dem angekündigten Einstiegspreis von rund 15.000 Euro bewegen. Ein niedriger Preis wird hier nicht nur über Ausstattung erreicht, sondern über Masse und Effizienz. Citroën nennt als Ziel eine Batterie, die wegen des geringeren Gewichts kleiner und damit kostengünstiger ausfallen kann, mit Reichweite "für den Alltag" statt die Langstrecke.
Indizien-Beweis
Mehrere Berichte verweisen unabhängig auf denselben Kandidaten: den Opel Agila als drittes Auto der Stellantis E-Car Familie neben Citroën 2CV und Fiat Koala. Eine offizielle Bestätigung von Opel oder Stellantis steht aber noch aus.
Ein Opel-Modell könnte einige Monate nach den beiden Schwestermodellen folgen. Das wäre für Stellantis der pragmatische Weg, weil sich Marketing und Produktionsanlauf besser koordinieren lassen. Als zweites Indiz wird der Fertigungsort konkreter benannt als viele Technikdetails: Pomigliano d’Arco bei Neapel.
Warum ausgerechnet Agila
Beim Modellnamen Agila passt die historische Grundidee auffällig gut zum E-Car-Ansatz: ein hoch bauender Fünftürer mit guter Raumausnutzung auf kleiner Fläche. Ein Hochdach-Konzept kann helfen, Innenraum und Batterie-Packaging mit kurzen Außenmaßen zu verbinden.
Damit würde ein möglicher neuer Agila in die M1E-Klasse einsortiert, die angekündigte "E-Car"-Klasse für besonders kompakte Elektroautos. Nicht ganz unwichtig für die Hersteller: Solche Fahrzeuge könnten bei den CO₂-Flottenemissionen mit dem Faktor 1,3 als "Super Credit" zählen.
Diese M1E-Logik würde erklären, warum ein Hersteller ausgerechnet in einer scheinbar kleinen Nische zusätzliche Derivate auflegt. Durch die Aufsplittung auf mehrere Marken könnte sich die Verkaufszahl im Gesamtkonzern vergrößern und stärker auf die Flottenziele einzahlen.
Preisziel mit harten Grenzen
Das Preisziel von 15.000 Euro taucht für alle drei Autos auf, bleibt aber ebenso wie die technischen Daten unbestätigt. Citroën selbst spricht von einer "Absicht" für den Einstiegspreis des 2CV-Serienmodells.
Technische Eckdaten werden von den Marken bislang aber nicht genannt. Erwartbar sind Akkus von etwa 25 bis 35 kWh und 200 bis 300 Kilometer WLTP-Reichweite, möglicherweise auch weniger. Die Leistung wird sich im Bereich von 45 kW (61 PS) einsortieren. Das Zielgewicht von etwa einer Tonne wäre für ein Elektroauto ein harter Kontrast zu vielen heutigen Kleinwagen-EVs, die deutlich darüber liegen.