Ein Land Rover der Serie I kam 1956 mit einem 1,6- oder 2,0-Liter-Vierzylinder und rund 50 PS auf die Straße. Der im englischen Leeds beheimatete Ingenieur Peter Grieve hat seinem Exemplar einen Rolls-Royce-Meteorite-V8 mit 18 Litern Hubraum eingebaut. Wie The Drive berichtet, stammt der Motor aus dem Antrieb eines britischen Panzertransporters.

Rolls-Royce entwickelte den Meteorite als V8-Version des Meteor. Diesen V12 leitete der Hersteller vom Merlin-Flugmotor ab. Der Antar transportierte unter anderem Centurion-Panzer, die ebenfalls einen Meteor-V12 nutzten. Mit dem Meteorite konnte die britische Armee die gleichen Ersatzteile sowohl für den Transporter als auch für Panzer nutzen.

Damit der V8 in den Land Rover passt

Grieve musste den Motor für den Einbau stark verändern. Der originale, schwere Nockenwellenantrieb am Heck des Motors beanspruchte zu viel Platz. Der Ingenieur entfernte das Gehäuse und die zugehörigen Zahnräder und konstruierte einen eigenen Antrieb für die Nockenwellen.

Auch die Gemischaufbereitung hat er erneuert: Statt der ursprünglichen Vergaser steuert eine programmierbare elektronische Einspritzung die Kraftstoffzufuhr. Zwei Turbolader pressen zusätzliche Luft in den V8. Grieve ergänzte außerdem eine Wasser-Methanol-Einspritzung. Auf einem Motorenprüfstand lieferte der Motor laut Grieve bei 1 bar Ladedruck rund 1.080 PS.

Mehr als 580 PS an den Rädern

Für die Kraftübertragung baute der Brite ein modifiziertes GM-TH400-Automatikgetriebe ein. Dazu kommen eine verstärkte Hinterachse auf Basis einer Ford-9-Zoll-Achse und eine Vierlenker-Hinterradaufhängung. Ein Video von Practical Performance Car zeigt den Umbau auf einem Rollenprüfstand – vier Monate nach dem ersten Besuch.

Der Test brachte einige Probleme ans Licht. Die Abstimmung hatte zunächst einen zu niedrigen Kraftstoffdruck; außerdem verrußten Zündkerzen. Grieve wechselte die zugänglichen Kerzen und ließ Spezialist John Lee die Motorsteuerung überarbeiten. Bei einem weiteren Lauf trat Kühlmittel aus. Peter Grieve vermutete eine Luftblase im Kühler im Heck. Der Vorfall verursachte nach seiner Einschätzung keinen dauerhaften Schaden.

Am Ende gelangten rund 580 PS an die Räder – bei etwa 8 psi (0,55 bar) Ladedruck. Diese Messung lässt sich nicht direkt mit den 1.080 PS vom Motorenprüfstand vergleichen: Der Rollenprüfstand erfasst die Leistung an den Rädern, und der Ingenieur fuhr dort mit weniger Ladedruck. Die Abstimmung lief dennoch so weit, dass er den Land Rover anschließend nach Hause fahren wollte.

Erst kurze Läufe auf der Dragstrip

Peter will den Land Rover auch auf der Straße bewegen und später auf die Dragstrip bringen. Dafür plant er zunächst kurze Läufe über 60 Fuß (zirka 18,3 Meter) und will sich schrittweise an längere Distanzen herantasten. Vorher möchte er vor allem die Fahrwerksabstimmung verbessern. Bei den Federn und Dämpfern sieht er noch Arbeit, damit der Land Rover bei hohem Tempo ruhiger liegt.