Mercedes-Benz hat im Rahmen seines Technologieprogramms Tomorrow XX einen Scheinwerfer entwickelt, der nicht nur gut aussieht, sondern auch richtig Geld sparen könnte. Die Lösung klingt simpel, ist aber revolutionär: Die einzelnen Komponenten sind nicht mehr verklebt, sondern verschraubt. Was das bringt? Sehr viel, vor allem für den Geldbeutel. Heute ist ein Riss im Scheinwerferglas ein teures Ärgernis. Ein Steinschlag auf der Autobahn, und schon steht der Austausch des kompletten Scheinwerfers an. Mehrere tausend Euro sind schnell fällig, weil moderne LED- oder Matrix-Scheinwerfer hochkomplexe Bauteile sind. Abdeckscheibe, Blende, Rahmen, Gehäuse und Elektronik sind fest miteinander verklebt. Eine Trennung ohne Beschädigung ist praktisch unmöglich. Wie früher: Einfach Streuscheibe wechseln! Der neue kreislauffähige Scheinwerfer aus dem Tomorrow XX Programm macht Schluss damit. Alle Komponenten lassen sich einzeln austauschen. Ein Steinschlag beschädigt nur die Abdeckscheibe? Dann wird auch nur die Abdeckscheibe gewechselt. Kein kompletter Scheinwerfer, keine aufwendige Demontage, keine überhöhte Rechnung. Die Reparatur wird effizienter, schneller und vor allem deutlich günstiger. Das hat Auswirkungen, die über den Einzelfall hinausgehen. Niedrigere Reparaturkosten bedeuten niedrigere Schadenssummen für Versicherungen. Und niedrigere Schadenssummen könnten langfristig zu niedrigeren Versicherungsprämien führen. Gerade bei Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen schlagen Scheinwerfer-Schäden ordentlich zu Buche. Wenn sich die Kosten halbieren oder dritteln lassen, profitieren am Ende alle Versicherten. Auch für Werkstätten wird die Arbeit einfacher. Statt stundenlanger Wechselei kompletter Baugruppen lassen sich defekte Komponenten binnen Minuten tauschen. Das spart Zeit, senkt die Arbeitskosten und macht Reparaturen planbarer. Ersatzteile können gezielter bestellt werden, statt immer gleich den kompletten Scheinwerfer auf Lager halten zu müssen. Im Alter deutlich billiger Die längere Lebensdauer ist ein weiterer Pluspunkt. Wer heute einen zehn Jahre alten Mercedes fährt und der Scheinwerfer gibt den Geist auf, steht vor einem finanziellen Dilemma. Lohnt sich ein neuer Scheinwerfer für mehrere tausend Euro noch? Oder ist das Auto ohnehin reif für den Verkauf? Mit modularen Scheinwerfern bleibt die Reparatur bezahlbar und das Fahrzeug länger wirtschaftlich nutzbar. Neben den praktischen Vorteilen punktet das Konzept auch bei Nachhaltigkeit. Jedes Modul besteht aus nur einem Material, was das Recycling enorm vereinfacht. Die einzelnen Komponenten lassen sich sortenrein trennen und hocheffizient wiederverwerten. Perspektivisch können die Scheinwerfer selbst zur Rohstoffquelle für neue Scheinwerfer werden. Der Anteil an Sekundärmaterialien ließe sich fast verdoppeln, die CO2-Emissionen nahezu halbieren. Mercedes-Benz testet den kreislauffähigen Scheinwerfer derzeit als Forschungsprojekt. Wann er in Serie geht, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass die Technologie funktioniert und enormes Potenzial hat. Nicht nur für Mercedes, sondern für die gesamte Industrie. Denn günstigere Reparaturen, niedrigere Versicherungsbeiträge und bessere Recyclingfähigkeit sind Argumente, die jeder versteht. Zurück in die Vergangenheit: Manchmal ist der Schritt zurück sogar ein großer nach vorn. Früher konnte man problemlos Streuscheiben von Scheinwerfern wechseln, heute brüstet man sich mit dieser "Neuheit". Aber egal, Hauptsache ist, dass es nachhaltig und dazu noch für den Kunden billiger wird.