Der Ford-Sicherheitsrückruf läuft bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde unter der Nummer NHTSA 26V689, bei Ford unter 26S78. Insgesamt geht es um 30.123 potenziell betroffene Fahrzeuge; Ford schätzt die tatsächliche Defektquote auf rund zwei Prozent. Die betroffenen Fahrzeuge wurden laut Unterlagen nicht in stringenter Reihenfolge der Fahrgestellnummern (VIN) gebaut.
Aufgeteilt nach Baureihen nennt der Bericht 18.412 Ford F-150 der Modelljahre 2026–2027 aus dem Produktionsfenster 31. Mai 2026 bis 16. Juni 2026. Dazu kommen Super-Duty-Modelle des Modelljahres 2026, gebaut vom 30. Mai 2026 bis 16. Juni 2026: 7.387 F-250, 3.537 F-350 und 787 F-450. Außerhalb dieser Zeiträume ist ein Fahrzeug nicht automatisch "sicher" oder "betroffen" – maßgeblich ist die Zuordnung über die Fahrgestellnummer.
Ford verweist für die individuelle Prüfung auf die Händlerabfrage im OASIS-System. Zusätzlich sollen die VINs für die Kampagne ab dem 7. Dezember 2026 auch über die NHTSA-VIN-Suche auffindbar sein. Wer einen 2026er/2027er-Truck aus dem genannten Zeitraum fährt oder kauft, sollte die Zuordnung deshalb konkret prüfen und nicht aus ähnlichen VINs im Umfeld schließen.
Was am Heckklappenkabel passiert
Der Defekt betrifft nach einem Bericht von fordauthority.com das linke Heckklappen-Stützkabel. An dessen Ösenende kann sich die Crimpung (beim Crimpen werden ein abisoliertes Kabel und ein Verbindungselement – wie ein Kabelschuh oder eine Hülse – durch gezieltes Verpressen mechanisch und elektrisch dauerhaft, sicher und lötfrei miteinander verbunden) lösen, sodass sich das Kabel unter hoher Last von der Öse trennt. Das Problem ausdrücklich auf die linke Seite eingegrenzt.
Als Ursache nennt Ford eine unvollständige Crimpung am Ösenende, ausgelöst durch ein gebrochenes Crimp-Werkzeug. Auffälligkeiten wurden demnach am 13. Juni 2026 bei Belastungstests mit geöffneter Heckklappe im Werk entdeckt. Der Zulieferer führte die betroffenen Teile auf zwei Schichten am 26. Mai 2026 zurück.
Einen Hinweis im Fahrzeug gibt es nicht: Weder Warnleuchte noch Meldung im Kombiinstrument sollen den bevorstehenden Ausfall ankündigen. Für den Alltag heißt das: Das Risiko lässt sich nicht "wegdiagnostizieren", sondern nur über die Rückrufzuordnung und den Austausch adressieren.
Risiko bei hoher Heckklappenlast
Kritisch wird die Situation laut Rückrufbericht vor allem dann, wenn bei geöffneter Heckklappe eine schwere Last aufliegt – als Beispiel wird ein Utility Terrain Vehicle (UTV) oder eine vergleichbare Last genannt. Versagt dabei das linke Kabel, kann das rechte, eigentlich intakte Kabel die Last möglicherweise nicht alleine halten. In der Folge kann die Heckklappe auf die Oberseite des hinteren Stoßfängers absinken.
Damit verliert die Heckklappe ihre Funktion als Auflage unter Last, was zu einer gefährlichen Situation im direkten Umfeld des Fahrzeugs führen kann. Der Bericht beschreibt außerdem, dass die Heckklappe dabei mit Personen in Kontakt kommen kann. NHTSA bewertet die Konsequenz entsprechend als erhöhtes Verletzungsrisiko.
Ablauf der Abhilfe und Termine
In der Werkstatt wird das linke Heckklappenkabel kostenlos ersetzt. Ford beschreibt, dass die Ersatzteile die geforderten Lastspezifikationen erfüllen sollen.
Für den Zeitplan nennt der Rückrufbericht mehrere Eckdaten: Ab 7. Dezember 2026 sollen die betroffenen VINs als suchbar hinterlegt sein. Erste Briefe an Halter sind für den Zeitraum 14. bis 18. Dezember 2026 angekündigt. Die Händlerinformation ist für den 11. Januar 2027 terminiert, die eigentlichen Briefe zur Behebung sollen vom 18. bis 22. Januar 2027 folgen.