Arnaud Belloni ist erst seit 1. September 2026 neuer CEO bei Fiat, Abarth und Lancia. Zuvor als war er sechs Jahre als Global Marketing Director bei Renault tätig. Obwohl er erst kurz für die italienischen Marken verantwortlich ist, hat er bereits sehr konkrete Vorstellungen davon, was diesen fehlt.
Punto-Ende war ein Fehler
In einem Interview mit dem "L'Automobile Magazine" anlässlich des Pariser Autosalons 2026 erklärte Belloni, dass im sogenannten B-Segment neben dem neuen Grande Panda noch Platz für ein weiteres Fiat-Modell ist. Konkret möchte Belloni an dieser Stelle den Kleinwagen Punto wieder aufleben lassen. Der wurde 2018 ohne direkten Nachfolger nach drei Modellgenerationen eingestellt. Das sieht Belloni im Rückblick als Fehler an.
"Durch die Einstellung des Punto hatte Renault leichtes Spiel, den Clio zu etablieren. Hinzu kamen das Aus für den Ford Fiesta und das Fehlen eines neuen VW Polo – so blieb der Clio allein auf dem Markt und konnte einen enormen kommerziellen Erfolg verbuchen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns dieses Terrain zurückholen." Belloni spricht dabei explizit von einem Kleinwagen mit Verbrennerantrieben, denn Ford hat bereits einen rein elektrischen Nachfolger für den Fiesta angekündigt und VW den elektrischen ID. Polo schon vorgestellt.
Wie der neue Punto aussehen könnte, lässt Belloni offen, schließt aber ein Retro-Design wie beim Fiat 500 oder dem neuen Panda aus. Man könnte beim neuen Punto einen kompletten Neuanfang wagen und ihm einen modernen Auftritt verpassen. Selbst eine Sportversion wäre denkbar.
Kleinwagen mit Verbrenner
Bellonis Vision deckt sich mit früheren Äußerungen seines Vorgängers Olivier François, der bereits die Idee einer Wiederbelebung des Punto ins Spiel gebracht hatte. In einem Interview im Jahr 2025 merkte François an, dass ein "sehr eleganter und sportlicher" elektrischer Kompaktwagen durchaus funktionieren könnte – vorausgesetzt, die Vorlieben der europäischen Käufer verlagern sich wieder stärker hin zu klassischen Fahrzeugtypen, weg von SUVs und Crossovern.
Zu einem möglichen neuen Punto gibt es zwar noch keine Entscheidung, allerdings scheint der neue Fiat-CEO schon recht klare Vorstellungen zu haben. Zudem hat Belloni schon angezeigt, dass es unter seiner Führung neben reinen Elektroantrieben auch wieder Verbrenner- und Hybridoptionen angeboten werden sollen.