„Kompromissloser AMG.“ So hat Mercedes sein neues Hochleistungs-Coupé beschrieben, als man Anfang des Jahres erste Teaser-Bilder veröffentlichte. Viel wurde nicht verraten – außer, dass der äußerst extrovertierte Prototyp auf dem CLE basiert und das Serienmodell zur ultralimiterten „Mythos“-Reihe gehören soll. Während wir noch darauf warten, dass die Hüllen fallen, konnten Händler das Auto offenbar bereits aus nächster Nähe sehen. Mercedes soll das brachiale CLE Coupé bei einem Treffen mit Händlern aus den USA und Kanada hinter verschlossenen Türen gezeigt haben. Interessant: Automotive News berichtet, dass der private Event nicht in Nordamerika stattfand, sondern im Mercedes-Stammwerk in Sindelfingen. Am Dienstag bekamen die Verkaufsvertreter eine Reihe künftiger Produkte zu sehen – aus dem Verbrenner- wie auch dem Elektro-Programm. Im Mittelpunkt stand dabei der AMG CLE 63, von dem offenbar weltweit nur 30 Exemplare verkauft werden sollen. Damit wäre er sogar noch exklusiver als das erste Mythos-Modell - ein SL 63 ohne Dach und ohne Windschutzscheibe, der als PureSpeed 250-mal gebaut wurde. Teaser zum Mercedes-AMG CLE 63 Coupe Teaser zum Mercedes-AMG CLE 63 Coupe Fotos von: Mercedes-Benz Der CLE 63 soll 650 PS leisten – ein Plus von 201 PS gegenüber dem CLE 53. Zwar nennt der Bericht keinen Motor, doch praktisch bestätigt ist ein 4,0-Liter-V8-Biturbo. Laut Autocar hatte Mercedes-AMG zunächst erwogen, den Top-CLE mit einem Vierzylinder-Plug-in-Hybrid anzubieten, wie er aus dem C 63 bekannt ist. Die heftige Kritik an diesem Auto und dessen miese Verkaufszahlen dürften Affalterbach jedoch zum Umdenken bewegt haben. Die 650 PS sollen demnach vollständig vom Verbrenner generiert werden – der CLE 63 dürfte also kein Plug-in-Hybrid werden. Ob Mildhybrid-Technik an Bord ist, bleibt offen, in jedem Fall dürfte der V8 die Hauptarbeit übernehmen. Doch das CLE-Flaggschiff war nicht das einzige Auto, das die Händler vorab zu sehen bekamen. Mercedes präsentierte dem Bericht zufolge auch ein AMG G 63 Cabriolet mit vier Türen und elektrisch versenkbarem Stoffverdeck. Automotive News zufolge soll die Produktion im 3. Quartal 2027 anlaufen. Teaser zum Mercedes G-Class Cabriolet Teaser zum Mercedes G-Class Cabriolet Fotos von: Mercedes-Benz Außerdem arbeitet Mercedes an einem neuen GT Black Series, auch wenn Details bislang rar sind. Logisch wäre, das zweitürige AMG GT Coupé als Basis zu nutzen und eine Positionierung oberhalb des GT 63 Pro. Dessen 612 PS wird er deutlich übertreffen müssen. Zur Erinnerung: Der letzte GT Black Series erschien 2020 mit einem 730-PS-V8 und kostete mindestens 335.000 Euro. Neben diesen verbrennergetriebenen Performance-Modellen sahen die Händler auch drei elektrische AMGs. Den Anfang macht der bereits angeteaserte EV-Nachfolger des viertürigen GT Coupé, der Anfang nächsten Jahres starten soll. Es folgt ein SUV-Pendant Ende 2027, dazu ein coupéartig gezeichneter Ableger gegen Ende 2028. Aber die Schwaben zeigten ihren Händlern wohl nicht nur AMGs. Auch eine neue E-Klasse soll bereits zu sehen gewesen. Die aktuelle Benz-Business-Klasse ist erst seit 2023 auf dem Markt, dennoch könnte ein neues Auto bereits Anfang 2028 zunächst als Elektroversion kommen, später sollen Benziner und Plug-in-Hybride folgen. Und ja: Es wird wieder einen Kombi geben. Die elektrische E-Klasse soll nicht mit dem EQE kollidieren, der laut Autocar möglicherweise schon in diesem Jahr auslaufen könnte. Wie zu erwarten, wollte Mercedes sich zu künftigen Produkten nicht äußern. Doch wie heißt es so schön: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Wir haben ebenfalls nachgefragt und aktualisieren den Artikel, sobald uns eine Antwort vorliegt. Motor1 meint: Egal ob Verbrenner oder E-Antrieb: Mercedes will offenbar beide Lager bedienen. Enthusiasten dürfte freuen, dass der Hersteller auf absehbare Zeit an V8-Motoren festhält, während das Elektro-Portfolio sowohl bei Mercedes-Benz als auch bei AMG deutlich wachsen soll. Ein derart umfangreiches Programm zu managen, ist alles andere als trivial – zumal Verbrenner die immer strengeren Emissionsvorgaben erfüllen müssen. Mercedes scheint in den aktuell schwierigen Zeiten vor allem mit AMG den Weg zu gehen, den einige andere Luxus-Marken auch beschreiten: Zurück zu aufregenden und margenstarken Fahrzeugen.