Der chinesische Stromer-Hersteller BYD hat mit dem elektrischen Hypersportwagen Yangwang U9 Xtreme neue Guinness-Weltrekorde aufgestellt. Bei einer Hochgeschwindigkeitsfahrt am 1. November 2026 erreichte das Fahrzeug 503,17 km/h und überschritt damit erstmals die Marke von 500 km/h für ein Serienfahrzeug. Der Rekordversuch fand auf einem gesperrten Abschnitt der Sheikh Khalifa Bin Zayed International Road (E11) in der Region Al Dhafra bei Abu Dhabi statt. Zwei Guinness-Titel betreffen die höchste Geschwindigkeit eines Serienfahrzeugs sowie eines elektrischen Serienfahrzeugs, jeweils bei einer Fahrt in nur eine Richtung.

Am Steuer saß der deutsche Rennfahrer Marc Basseng, der bereits im September 2025 mit dem U9 Xtreme auf dem Testgelände ATP Papenburg eine Höchstgeschwindigkeit von 496,22 km/h erzielt hatte. Die neue Bestmarke liegt 6,95 km/h darüber. Für den Versuch in Abu Dhabi wurde ein rund zehn Kilometer langer Straßenabschnitt gesperrt, auf dem eine etwa sieben Kilometer lange Gerade zur Verfügung stand. Am 31. Oktober erreichte Basseng bei vorbereitenden Fahrten bereits rund 490 km/h, bevor am folgenden Tag die neue Rekordgeschwindigkeit gemessen wurde.

Die beiden Guinness-Weltrekorde sind von Geschwindigkeitsrekorden zu unterscheiden, bei denen der Durchschnitt aus zwei Fahrten in entgegengesetzte Richtungen gewertet wird. Der Yangwang U9 Xtreme erreichte seine Höchstgeschwindigkeit bei einer einzelnen Fahrt in eine Richtung. Der entsprechende Zweirichtungsrekord bleibt beim US-amerikanischen SSC Tuatara, der 2021 einen bestätigten Durchschnitt von rund 455 km/h erzielte. Im Rahmen der Rekordfahrten wurden nach Angaben des Fachmagazins Evo außerdem zwei Guinness-Titel für die verwendeten Hochgeschwindigkeitsreifen des Herstellers Giti vergeben.

Technische Grundlage des U9 Xtreme ist eine weiterentwickelte Version der e4-Antriebsarchitektur von BYD. Vier unabhängig geregelte Elektromotoren liefern eine kombinierte Leistung von 2220 kW beziehungsweise rund 3019 PS und erreichen Drehzahlen von bis zu 30.000 Umdrehungen pro Minute. Gegenüber dem regulären Yangwang U9 wurde die elektrische Systemspannung von 800 auf 1200 Volt erhöht. Hinzu kommt eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie der „Blade“-Baureihe, die nach Herstellerangaben eine Entladerate von bis zu 30C unterstützt. Die hohe Entladeleistung ermöglicht die Bereitstellung der für die Höchstgeschwindigkeitsfahrt benötigten hohen elektrischen Antriebsleistung.

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Für die Rekordfahrt wurden Fahrwerk, Aerodynamik und Bereifung auf die besonderen Anforderungen der Hochgeschwindigkeitsstrecke abgestimmt. Nach den vorbereitenden Versuchen optimierten die Ingenieure unter anderem Reifendruck, thermische Betriebsbedingungen von Batterie und Antrieb sowie die aerodynamische Abtriebskraft an der Hinterachse. Auch die Steuerung des aktiven Fahrwerksystems DiSus-X wurde an die Fahrbahnoberfläche angepasst. Zum Einsatz kamen speziell entwickelte Giti-Hochgeschwindigkeitsreifen, die den hohen mechanischen und thermischen Belastungen bei mehr als 500 km/h standhalten mussten.

Der Yangwang U9 Xtreme ist auf eine weltweite Kleinserie von maximal 30 Exemplaren begrenzt. Das erste nach Produktionsstandards gefertigte Super-Elektroauto wurde im April 2026 auf der Beijing Auto Show präsentiert. Nach Herstellerangaben befinden sich einzelne Kundenfahrzeuge bereits in der Phase der individuellen Konfiguration und Vertragsvorbereitung. Einen offiziellen deutschen Verkaufspreis oder einen regulären Marktstart in Europa hat BYD im Zusammenhang mit der Rekordmeldung nicht bekannt gegeben. Neben den Geschwindigkeitsrekorden hält der U9 Xtreme seit August 2025 mit 6:59,157 Minuten auch den Klassenrekord für elektrische Supersportwagen auf der Nürburgring-Nordschleife.