Ein Giulia -QV-Cabrio als Einzelstück könnte am Ende schon am Basisauto scheitern: Eine Giulia GTA kostete neu 173.000 Euro, gebraucht liegen die Angebote in Bereichen um 250.000 Euro. Genau dort wird der Datenvergleich spannend. Denn Alfas offene Ikonen wie 4C Spider, 8C Spider und RZ zeigen, wie weit Leistung, Gewicht und Exklusivität auseinanderliegen können.
Giulia-Umbau setzt auf GTA-Basis
Castagna Milano will ein offenes Giulia-Projekt als Einzelstück umsetzen und nennt dafür die Giulia GTA als Basis. Die GTA ist selbst stark limitiert, insgesamt gab es nur 500 Exemplare. Das macht schon das Spenderauto zum Sammlerstück, bevor überhaupt ein Umbau beginnt.
Technisch steckt hinter der GTA der 2,9-Liter-V6-Biturbo, den Alfa mit 540 PS angibt. Überraschend ist der Fokus auf Gewicht: Für die GTA nennt Alfa 1.570 Kilogramm, rund 100 Kilo weniger als die Basis. Castagna setzt im Konzept ebenfalls auf Carbon in der Karosserie, nennt aber keinen Preis für den kompletten Umbau.
Für den geplanten Giulia-Cabrio-Umbau kursieren zwei Zahlen, die zeigen, wie stark die Entwürfe variieren. Castagna selbst nennt 4,70 Meter Länge und ein Zielgewicht von 1.420 Kilogramm. Für das GTA-basierte Konzept wird dagegen die Serienlänge der Giulia von 4,65 Meter genannt.
4C Spider als Leichtbau-Maßstab
Der 4C Spider ist Alfa Romeos Gegenstück zum Giulia-Umbau von Castagna: kleiner, deutlich leichter und in Serie gebaut. Alfa nennt für den 4C Spider 240 PS, 0–100 km/h in 4,5 Sekunden und 258 km/h Spitze. Sein Leergewicht liegt bei 940 Kilogramm – das sind 480 Kilogramm weniger als Castagnas Zielwert für das Giulia Cabrio.
Interessant ist die Begründung für das Gewicht: Obwohl der 4C ein Carbon-Monocoque hat, musste Alfa für die offene Version nachlegen. Front, Heck und Motorbereich wurden mit Alu-Hilfsrahmen verstärkt, damit die Karosserie ohne festes Dach steif genug bleibt. Trotzdem blieb der Spider beim Gewichtsplus von 42 Kilogramm gegenüber dem Coupé.
Auch beim Preis zeigt sich die Exklusivität über den Einstieg: 2015 startete der 4C Spider in Deutschland bei 72.000 Euro. Das wirkt im Vergleich zum GTA-Spenderauto fast "günstig", liegt aber in einer anderen Liga als klassische Mittelklasse-Cabrios.
8C Spider als Sammler-Referenz
Beim 8C Spider geht es weniger um Leichtbau, mehr um Status und Seltenheit. Sein 4,7-Liter-V8 leistet 450 PS, der Wert von 0–100 km/h beträgt 4,5 Sekunden und er kommt auf rund 292 km/h Höchstgeschwindigkeit. Damit ist der 8C Spider trotz viel mehr Leistung beim Sprint genauso schnell wie der 4C Spider – ein Hinweis darauf, wie stark Gewicht und Traktion das Datenblatt prägen.
Die Exklusivität ist messbar: Vom 8C gab es jeweils 500 Coupés und Spider. Und sie hat einen Preis, der mit den Jahren eher steigt. Gepflegte Gebrauchte liegen laut AutoScout24 in der Regel deutlich über 300.000 Euro.
Das Leergewicht wird für den 8C Spider mit über 1,7 Tonnen angegeben. Im direkten Vergleich ist das überraschend: Er ist damit deutlich schwerer als Castagnas angepeilte 1.420 Kilogramm für das Giulia Cabrio, obwohl beide nur zwei Türen und ein Stoffdach-Konzept anpeilen.
RZ und Serien-Spider als Gegenspieler
Der Alfa Romeo RZ zeigt, wie extrem Exklusivität auch ohne Top-Leistung sein kann. Die Eckdaten hier: 3,0-Liter-V6 mit 210 PS, 0–100 km/h in 7,5 Sekunden und 245 km/h Spitze. Der RZ ist damit klar langsamer als 4C und 8C, kostet als Sammlerstück aber dennoch viel.
Die Stückzahl erklärt das: Vom RZ wurden insgesamt nur 278 Exemplare gebaut. Dazu kommt ein technisches Detail, das heute selten ist: eine per Knopfdruck hydraulische Höhenverstellung, die das Auto um fünf Zentimeter anheben kann.
Als Gegenpol zur Kleinserie taugt der letzte "klassische" Großserien-Alfa ohne Dach: der Spider (939) mit 2,2-Liter-Benziner. Er steht mit 185 PS und 1.605 Kilogramm für ein Cabrio, das stärker auf Alltag und Komfort zielt.