Das elektrisch angetriebene, unbemannte Fahrzeug kann Ausrüstung und Versorgungsgüter transportieren oder bei Evakuierungen helfen. Die militärischen Aufgaben wären Aufklärung, Drohnenabwehr und Feuerunterstützung. Im zivilen Bereich ist der Einsatz bei Logistikaufgaben, im Katastrophenschutz und in gefährlichen Arbeitsumgebungen vorgesehen.

Das Konzeptfahrzeug ist ferngesteuert, eine spätere Weiterentwicklung soll auch einen vollständig autonomen Betrieb ermöglichen.

Zwei Elektromotoren und Allradlenkung

Das Forefront Concept fährt mit zwei Elektromotoren und verfügt über Allradantrieb sowie Allradlenkung. Die vier gelenkten Räder sollen das Fahrzeug auch auf engem Raum manövrierfähig machen. Renault gibt eine Steigfähigkeit von bis zu 60 Prozent an, die Nutzlast soll bis zu einer Tonne betragen.

Die angestrebte Reichweite beträgt rund 400 Kilometer. Ein Range Extender soll sie bei Bedarf vergrößern. Angaben zur Batteriekapazität, zur Leistung der Motoren und zur Technik des Zusatzsystems wurden nicht veröffentlicht. Renault beschreibt das Fahrzeug als geräuscharm beziehungsweise leise im Betrieb.

Renault liefert die Plattform, John Cockerill die Steuerung

Renault hat die mobile Plattform entwickelt und setzt nach eigenen Angaben auf bewährte Komponenten aus dem Automobilbau. Der Konzern will damit Entwicklungszeit und Kosten begrenzen und eine spätere Fertigung in größerer Stückzahl ermöglichen. John Cockerill ergänzt das Fahrzeug um Fernsteuerung und Autonomiefunktionen und bringt Erfahrung bei der Anpassung von Fahrzeugen an militärische Anforderungen ein. Auch die Integration von Missionssystemen gehört zu seinem Aufgabenbereich.

John Cockerill ist ein belgischer Industriekonzern und seit 2024 Eigentümer des französischen Militärfahrzeugherstellers Arquus. Das Unternehmen kennt damit sowohl die Entwicklung militärischer Fahrzeuge als auch deren Einsatz bei Streitkräften. Renault bringt vor allem seine Erfahrung mit Fahrzeugplattformen, elektrischen Antrieben und industrieller Fertigung ein.

Auf den Konzeptbildern ist eine Waffenstation auf dem Fahrzeug zu sehen. Renault und John Cockerill nennen zwar keine konkrete Bewaffnung, allerdings könnte es sich um eine Hornet-Waffenstation von Arquus handeln.

Erprobung mit französischen Streitkräften geplant

An der Entwicklung waren nach Angaben der Unternehmen auch Vertreter der französischen Streitkräfte beteiligt. In den kommenden Wochen soll das Forefront Concept an Übungen und Erprobungen teilnehmen. Die Rückmeldungen sollen in die Weiterentwicklung des Fahrzeugs einfließen.

Der Bericht der Zeitung "Le Monde" ordnet die geplanten Versuche dem französischen Robotikprojekt Pendragon zu und nennt zusätzlich Übungen mit der belgischen Armee. Eine feste Bestellung aus Frankreich oder Belgien gebe es demnach noch nicht. Auch der Produktionsstandort in Frankreich sei noch nicht festgelegt.

Anm. d. Red.: Das Aufmacherbild haben wir per KI zur besseren Illustration mit dem Renault-Logo versehen. Die offiziellen Fahrzeuge tragen auf den ersten Darstellungen der beiden Unternehmen dieses Logo nicht.