Die Energiesteuer auf Kraftstoffe wurde zum 1.10.2026 um 16,71 Cent je Liter brutto gesenkt. Der Rabatt sollte sich entsprechend in niedrigeren Preisen an den Tankstellen niederschlagen. Nach den Berechnungen des Bundeskartellamts war das im Oktober weder bei Benzin noch bei Diesel vollständig der Fall.
Die durchschnittliche Weitergabequote lag bei Diesel bei rund 90 Prozent, bei Benzin bei rund 60 Prozent. Das bedeutet nicht, dass jeder Liter an jeder Tankstelle im gleichen Umfang günstiger wurde. Die Behörde betont, dass verschiedene Preisfaktoren die Berechnung beeinflussen und die Werte deshalb nicht als abschließende Bewertung zu verstehen sind.
Auch die bisher veröffentlichten Untersuchungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Das Münchner Ifo-Institut hatte die ersten Wochen nach der Steuersenkung ausgewertet. Demnach kamen bei Super E5 durchschnittlich 16 Cent je Liter bei den Verbrauchern an. Bei E10 und Diesel waren es jeweils 14 Cent.
Benzin wird billiger, Diesel teurer
Die Kraftstoffpreise entwickelten sich im Oktober unterschiedlich. Der durchschnittliche Preis für Diesel lag bei 2,261 Euro je Liter. Super E10 kostete im Monatsmittel 2,115 Euro, Super E5 2,171 Euro.
Von Anfang bis Ende Oktober stieg der Dieselpreis um 1,6 Cent je Liter. Benzin verbilligte sich im selben Zeitraum um 4,5 Cent je Liter. Das Bundeskartellamt führt die gegenläufige Entwicklung auf unterschiedliche Bedingungen auf den jeweiligen Märkten zurück.
Nach Angaben der Behörde verwies Argus Media auf eine schwache Nachfrage nach Benzin bei gleichzeitiger Überproduktion. Auf den Dieselmärkten sei die Lage dagegen weiter angespannt. Die Kriege im Iran und in der Ukraine hätten dort zu stärkeren Angebotsverknappungen beigetragen.
Wer ist Argus Media?Argus Media ist ein internationaler Informationsdienst für Energie- und Rohstoffmärkte. Das Unternehmen veröffentlicht Nachrichten, Analysen und Preisbewertungen, die Unternehmen und Behörden für ihre Marktbeobachtung nutzen. Die Daten von Argus dienen in einigen Märkten auch als Preisreferenz.
Niedrigwasser belastet den Transport auf dem Rhein
Auch regional unterschieden sich die Preise deutlich. Die Abstände zwischen den Tankstellen betrugen im Oktober bei E5 bis zu 14,1 Cent je Liter und bei Diesel bis zu 9,5 Cent. Im Westen lagen die Preise höher als im Süden und Südwesten, besonders bei Benzin.
Das anhaltende Niedrigwasser im Rhein beeinträchtigte die Binnenschifffahrt und verteuerte nach Einschätzung des Bundeskartellamts den Transport in den Westen. Zugleich wurde die Belieferung dieser Region dadurch finanziell weniger attraktiv. Größere Kraftstoffmengen blieben deshalb in den Raffinerieregionen, die den Westen sonst mitversorgen. Das kann dort das Preisniveau wiederum senken.
Nutzen Sie unsere Spritpreis-App
Um ein wenig die Kraftstoffkosten zu minimieren, sollten Autofahrer nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen. Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere verlagseigene und kostenlose Spritpreis-App "mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store) an, die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt. Dort finden auch E-Auto-Fahrer Ladepunkte und deren Preise.