Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) stellte den Vorschlag erstmals im Oktober 2025 in einem Bericht zur Umweltbilanz von Plug-in-Hybriden vor und griff ihn jetzt Ende Oktober 2026 erneut auf – auch im Hinblick auf die aktuelle CO₂-Flottenverbrauchs-Beratung der EU.

Kern sind die Unterschiede zwischen den offiziellen Verbrauchs- und CO₂-Werten und dem tatsächlichen Betrieb der Fahrzeuge. Nach einer Auswertung von Daten der Europäischen Umweltagentur stießen 2024 neu zugelassene Plug-in-Hybride im Alltag im Schnitt etwa sechsmal so viel CO₂ aus wie im Prüfverfahren angegeben.

Gegenüber herkömmlichen Benzin- und Dieselautos lagen ihre tatsächlichen Emissionen laut T&E nur 14 Prozent niedriger. Die offiziellen Werte ließen dagegen eine Verringerung um 83 Prozent erwarten. T&E führt die Abweichung darauf zurück, dass viele Plug-in-Hybride seltener elektrisch gefahren werden als im Prüfverfahren angenommen.

Ein großer Tank ermöglicht es, auch mit leerer Batterie noch lange mit dem Verbrennungsmotor zu fahren. Der durchschnittliche Tank eines Plug-in-Hybrids fasst nach Angaben aus dem T&E-Bericht von 2025 rund 51 Liter. Damit sind laut WLTP im reinen Verbrennerbetrieb etwa 730 Kilometer möglich. Eine Begrenzung auf 15 Liter soll Fahrer dazu bewegen, das Auto häufiger aufzuladen.

Vier Kriterien für Plug-in-Hybride

T&E schlägt vor, Förderungen und andere Vorteile an technische Kriterien zu knüpfen. Die vier Empfehlungen der Organisation lauten:

  • Stärkerer Elektromotor: Seine Leistung soll mindestens dreimal so hoch sein wie die des Verbrennungsmotors. So soll das Auto auch bei stärkerer Beschleunigung rein elektrisch fahren können.
  • Mindestens 200 Kilometer elektrische Reichweite bis 2030: T&E hält diese Reichweite für ausreichend, damit ein Auto bei einer täglichen Strecke von rund 30 Kilometern eine Arbeitswoche lang elektrisch fahren kann. Besonders geeignete Modelle sollten nach Vorstellung der Organisation sogar 300 Kilometer erreichen.
  • Schnellladen mit mehr als 100 Kilowatt: Plug-in-Hybride sollen Gleichstromladen unterstützen. Das soll das Nachladen unterwegs erleichtern, wenn keine Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz verfügbar ist.
  • Höchstens 15 Liter Tankvolumen: Ein kleinerer Tank soll verhindern, dass Fahrer längere Strecken mit leerer Batterie und Verbrennungsmotor zurücklegen, ohne das Auto aufzuladen. T&E nennt für einen Verbrauch von 6,7 Liter pro 100 Kilometer eine Verbrennerreichweite von rund 220 Kilometern. [Link auf https://www.transportenvironment.org/articles/smoke-screen-the-growing-phev-emissions-scandal?utm_source=chatgpt.com]

Wer ist T&E?Transport & Environment (T&E) ist ein europäischer Umweltverband mit Sitz in Brüssel, der sich für sauberere Verkehrssysteme einsetzt. Der Dachverband bündelt nationale Umweltorganisationen und arbeitet zu Verkehrs- und Klimapolitik auf EU-Ebene. T&E erstellt eigene Analysen und wirbt bei politischen Entscheidungsträgern für bestimmte Maßnahmen.

Insbesondere der letzte Punkt wurde in den letzten Tagen als möglicher EU-Plan aufgenommen und sorgte für Unsicherheiten bis hin zu erbosten Kommentaren. Intern wird innerhalb der EU der Vorschlag zwar wahrgenommen, es werden dem Thema aber keine große Bedeutung beigemessen, so interne Quellen.

Das sagt die EU

www.auto-motor-und-sport.de hat auch offiziell bei der EU-Kommission nachgefragt und eine eindeutige und klare Stellungnahme erhalten. "Die Europäische Kommission hat keinen konkreten Vorschlag zur Regulierung der Tankgröße vorgelegt und plant auch keinen", so Ana Crespo Parrondo, Pressesprecherin der Europäischen Kommission für Klimafragen.