Mercedes-Benz setzt seine Kooperation mit dem New Yorker Modelabel KidSuper und dessen Gründer Colm Dillane fort. Mit der neuen Capsule Collection „Kick It Like Colm Dillane“ verbindet der Automobilhersteller Fußballkultur, Streetwear und die eigene Markenhistorie. Im Mittelpunkt stehen Bekleidung und Accessoires, die Designelemente klassischer Mercedes-Modelle mit der Ästhetik moderner Fußballmode verschmelzen. Inhaltsverzeichnis Toggle Mode trifft AutomobilgeschichteMarkenstrategie statt ProduktkommunikationLifestyle als Wettbewerbsvorteil? Mode trifft Automobilgeschichte Die Kollektion knüpft an die bereits im vergangenen Jahr vorgestellte Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative „Class of Creators“ an. Damals hatte Dillane einen Mercedes-Benz CLA als fantasievolles Kunstobjekt interpretiert und parallel eine erste Modekollektion präsentiert. Nun rückt stärker die Verbindung von Automobilgeschichte und globaler Fußballkultur in den Fokus – ein Thema, das angesichts der anhaltenden Popularität des Sports und seines wachsenden Einflusses auf die Modebranche kaum zufällig gewählt erscheint. Mercedes-Benz beschreibt die neue Kollektion als Hommage an automobile Handwerkskunst und Fußballleidenschaft. Oversized-Silhouetten, Retro-Trikots, Jacken und Accessoires greifen gestalterische Elemente historischer Fahrzeuge ebenso auf wie klassische Fußballbekleidung. Verantwortlich zeichnet Colm Dillane, dessen Label KidSuper seit Jahren an der Schnittstelle von Kunst, Streetwear und Sport arbeitet. Markenstrategie statt Produktkommunikation Für Mercedes-Benz ist die Zusammenarbeit Teil einer langfristigen Strategie, die Marke stärker im kulturellen Umfeld von Mode, Kunst und Musik zu positionieren. Mit Projekten wie „Class of Creators“ möchte der Hersteller insbesondere jüngere Zielgruppen ansprechen, die klassische Automobilwerbung zunehmend weniger erreicht. Statt technischer Innovationen stehen dabei Emotionen, Lifestyle und kulturelle Relevanz im Mittelpunkt. Genau hier liegt allerdings auch der kritische Punkt. Während die Kollektion gestalterisch konsequent umgesetzt wirkt und aktuelle Trends im Sport- und Streetwear-Bereich aufgreift, bleibt der Bezug zum eigentlichen Produkt – dem Automobil – eher abstrakt. Historische Designzitate und Markenembleme ersetzen keine technische Botschaft. Die Fahrzeuge dienen vor allem als Inspirationsquelle für Mode, nicht als inhaltlicher Mittelpunkt. Lifestyle als Wettbewerbsvorteil? Hinzu kommt, dass Kooperationen zwischen Automobilherstellern und Modemarken inzwischen kaum noch Seltenheitswert besitzen. Ob Porsche, BMW oder Mercedes-Benz – nahezu alle Premiumhersteller versuchen derzeit, über limitierte Kollektionen kulturelle Aufmerksamkeit zu erzeugen. Der Wettbewerb verlagert sich damit zunehmend von der Straße auf den Laufsteg. Für Mercedes-Benz dürfte die Rechnung dennoch aufgehen. Die Marke bleibt im Gespräch, erreicht neue Zielgruppen über soziale Medien und erweitert ihr Image um den Faktor Popkultur. Ob daraus langfristig auch eine stärkere Bindung an die Fahrzeuge entsteht, bleibt jedoch offen. Die neue KidSuper-Kollektion zeigt vor allem eines: Premiumhersteller verkaufen heute nicht mehr nur Autos – sondern zunehmend ein Lebensgefühl. Bilder: Mercedes-Benz Group AG