Eine Taskforce soll dafür Modelle entwickeln und Pilotversuche vorbereiten. Wie sich Fahrer anmelden und wie die Abrechnung funktionieren könnte, ist noch nicht festgelegt.

Nach den Vorschlägen geht es vor allem um langsamere AC-Ladepunkte in Wohnortnähe, insbesondere um Säulen mit weniger als 50 kW; Schnelllader wären demnach nicht Teil des Modells. Denkbar wäre zusätzlich ein Entgelt für die Nutzung der Säule.

Haustarif könnte mit einer Zugangsgebühr kombiniert werden

Das Prinzip wäre, dass sich der Fahrer am Ladepunkt identifiziert und die geladene Strommenge über seinen Stromvertrag abgerechnet wird. Eine App oder Ladekarte könnten dafür mit dem Vertrag verknüpft werden. Die zusätzliche Gebühr – im Raum stehen 200 Pfund im Jahr, rund 239 Euro – würde nach dem Vorschlag die Kosten für Installation und Wartung der öffentlichen Säule abdecken.

Der Preisunterschied zwischen öffentlichem und häuslichem Laden bildet den Hintergrund. So kostet das Laden an öffentlichen AC-Ladepunkten in Großbritannien einen Durchschnittspreis von 54 Pence je Kilowattstunde, umgerechnet rund 65 Eurocent. Einzelne zeitabhängige Haustarife lägen dagegen nachts bei etwa sieben Pence oder rund acht Eurocent je Kilowattstunde. Das sind Tarifbeispiele, die je nach Anbieter und Ladepunkt abweichen können.

Der unabhängige Bericht hält durch mehrere Maßnahmen zusammen eine Senkung der Kosten an lokalen öffentlichen Ladepunkten um 15 bis 20 Pence je Kilowattstunde für möglich. Das entspricht etwa 18 bis 24 Eurocent. Diese Schätzung bezieht sich auf ein Maßnahmenpaket und nicht allein auf die Übertragung des Haustarifs. Seit 2021 seien die durchschnittlichen Preise real bei langsameren öffentlichen Ladepunkten um 69 Prozent und bei schnelleren Ladepunkten um 94 Prozent gestiegen.

Förderung soll ab Frühjahr 2027 die Ladepreise senken

Ab Frühjahr 2027 will die britische Regierung über zwei Jahre insgesamt 100 Millionen Pfund (rund 120 Millionen Euro) einsetzen, um das Laden an langsameren öffentlichen Säulen in Wohnortnähe günstiger zu machen. Das Geld soll die Betreiber dabei unterstützen, ihre Preise zu senken. Direkt ausgezahlt wird es nicht an die Autofahrer.

Wie die Förderung genau verteilt wird, ist noch offen. Der Prüfbericht empfiehlt, sie daran zu knüpfen, dass die niedrigeren Preise bei den Kunden ankommen. Die Regierung rechnet für Fahrer, die auf diese Ladepunkte angewiesen sind, mit einer durchschnittlichen Ersparnis von 150 Pfund (rund 179 Euro) pro Jahr. Betreiber sollen ihre Preise offenlegen, damit überprüft werden kann, ob sie die Förderung tatsächlich weitergeben.

Auch private Ladeanschlüsse sollen einfacher zu installieren sein. Seit dem 21.10.2026 ist für bestimmte Leitungen, die vom Grundstück unter dem Gehweg bis zum Auto führen, keine Baugenehmigung mehr erforderlich. Die Regierung beziffert die mögliche Ersparnis auf bis zu 300 Pfund (rund 359 Euro). Diese Regelung ist unabhängig von der Förderung für öffentliche Ladesäulen.