Die Auktion fand am 31. Oktober 2026 bei RM Sotheby’s in London statt, der Hammer fiel bei 871.250 Pfund. Umgerechnet sind das etwas mehr als 1,04 Millionen Euro beziehungsweise 1,169 Millionen Dollar. Das ist mehr, als jeder NSX zuvor bei einer Auktion erzielte. Vor der Auktion lag der vom Auktionshaus festgelegte Schätzpreis bei 500.000 bis 800.000 Pfund. Der Erlös ging damit nicht nur über die Erwartung hinaus, sondern setzte sich auch klar an die Spitze aller bisheriger NSX-Auktionen.

Senna-Provenienz als Preistreiber

Das Auto aus Ayrton Sennas Vorbesitz hat die Fahrgestellnummer T000233. Honda Automobil de Portugal importierte es einst; die Erstzulassung erfolgte am 22. März 1991 auf das Kennzeichen SX-25-59. Der Wagen war daraufhin in Portugal im Einsatz, als der Formel-1-Fahrer dort lebte. Er fuhr ihn sogar am Wochenende des Großen Preises von Portugal 1991 in Estoril, was die Historie an ein konkretes Rennwochenende bindet.

Den Spitznamen "Hosepipe NSX" bekam genau dieses Auto wegen der Fotos, die Senna beim Waschen in seiner Einfahrt zeigen. Diese Bilder kursierten über Jahre und machten das Fahrzeug als Einzelstück der Popkultur bekannt, lange bevor es überhaupt in einer Auktion auftauchte.

Tages-Challenge 🏁

Du kennst dich mit Autos aus? Beweis es!

Schätze Baujahr, Beschleunigung und Topspeed.

AUTOGUESS – das Auto-Quiz von auto motor und sport

Lückenlose Kette und Rückkehr

Nach Sennas tödlichem Unfall in Imola 1994 blieb der Honda NSX zunächst in Portugal. Eine Bescheinigung des Lissabonner Fahrzeugregisters nennt im Februar 1995 Laboa Etablissement als Halter; damit beginnt die dokumentierte Besitzgeschichte nach Senna. Später verschlug es den NSX nach Großbritannien und er kehrte 2024 nach Japan zurück.

Die durchgehende Dokumentation ist im Sammlermarkt oft mehr wert als ein guter Erhaltungszustand allein. Bei prominenten Vorbesitzern trennt genau dieser belegte Werdegang das Auto von einer bloßen Erzählung.

Seltene Spezifikation als Zusatz

Zum Preis trug auch die Konfiguration des Senna-NSX bei. Der Honda-Sportwagen trägt die Farbe "Formula Red", dazu ein schwarzes Dach und eine schwarze Lederausstattung. Honda baute diese Kombination nur in begrenzter Stückzahl, selbst gemessen an den ohnehin nicht massenhaft produzierten NSX. Der Markt honoriert bei Auktionen genau solche "zwei Ebenen". Erst die seltene Spezifikation macht dieses Exemplar im NSX-Kosmos besonders, die Senna-Provenienz setzt dann den Preisaufschlag obendrauf.

Der Preis des Senna-NSX lag nur knapp über dem bisherigen NSX-Rekord. Den hielt ein NSX Type R, der zuvor für knapp 1,04 Millionen Euro beziehungsweise etwa 1,164 Millionen Dollar verkauft worden war. Dieser geringe Abstand zeigt, wie stark die NSX-Spitzenpreise zuletzt schon ohne Senna-Namen gestiegen sind. Der Hammerpreis wirkt deshalb weniger wie ein Ausreißer, sondern wie der logische nächste Schritt oberhalb einer bereits hohen Benchmark.

NSX-R als Preisanker

Der Markt für die extremen NSX-Varianten war schon vorher auf einem Niveau, das vor einigen Jahren untypisch für einen Honda wirkte. Marktbeobachter Hagerty ordnet einen guten frühen NSX der Baujahre 1991 bis 1996 bei rund 60.000 Dollar ein, also etwa auf Neupreisniveau. Gleichzeitig zeigen die seltenen Versionen, wie breit die Preisspreizung ist. Hagerty nennt für einen NSX-R (2002 bis 2005) eine Auktionsschätzung von 750.000 bis 950.000 Euro und bringt damit ausdrücklich die Million als nächste Marke ins Spiel.